In den Jahren in denen ich mich für meine Haare interessiere, habe ich viele Sachen probiert, versucht, experimentiert, gefärbt, getönt, schneiden lassen etc. pp.
Meine erste Baustelle war schon immer mein schnell fettendes Haar bzw. meine trockene Kopfhaut.
Ich habe schon mit 12 oder 13 versucht, meinen Waschrhythmus auf eine Woche auszudehnen. Aber die Pubertät machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Selbstverständlich habe ich immer Shampoos für schnell fettendes Haar genommen. Ich war eben der Meinung das sie helfen müssen. Außerdem nutzte ich Shampoo für Coloriertes Haar. Immer im Wechsel mit dem anderen Shampoo, als ich anfing zu tönen/färben.
Als ich mit 17 oder 18 angefangen habe meine Haare zu blondieren, wurde mir gesagt, dass meine Kopfhaut dadurch weniger fetten würde. Pustekuchen - wurde nur schlimmer.
Heute weiß ich, dass ich es ganz falsch angegangen bin und mir auch falsche Informationen gegeben wurden (zumindest für meinen Kopf).
Um den Waschrhythmus hinauszuzögern, sollte man wissen, warum die Haare so schnell nachfetten und dagegen angehen.
A) Der häufigste Grund ist eine zu starke Reinigung der Kopfhaut. Die Kopfhaut stellt fest, dass zu wenig Sebum auf der Kopfhaut liegt und produziert sie nach.
Eine zu starke Reinigung kann man durch zu viel Shampoo, zu scharfe Tenside oder durch färben/tönen/blondieren erreichen.
Dem ist also entgegen zuwirken.
Ich habe auf etwas sanftere Tenside umgestellt und habe angefangen mit verdünnten Shampoo zu experimentieren. Man kann natürlich auch einfach weniger Shampoo nutzen - dieses kommt sowieso bei den meisten nur auf die Ansätze.
Das Verdünnen ist genau mein Ding. Ich bekam mit weniger Shampoo meine Haare einfach nicht sauber. Ich hab einfach immer zu viel nutzen müssen, da ich nicht überall mit dem Shampoo hinkam, es teils schlecht schäumte und sie teilweise noch klätschig waren.
Ich verdünne nach Gefühl. Meine kleine Flasche misst 100ml. Ungefähr 10-25ml Shampoo werden mit Wasser aufgefüllt.
Manchmal hilft es auch die Kopfhaut zu ölen. Die Kopfhaut zeigt den Drüsen: "Du brauchst kein Sebum produzieren, ich habe genug fett."
Es gibt auch viele die ihr Shampoo mit Öl aufpimpen. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen bleibt ein kleiner öliger Film auf der Kopfhaut zurück zum anderen braucht man nicht noch mal nach der Wäsche ölen. Auch hier muss man etwas experimentieren mit Menge und Sorte des Öls.
Wenn man das nicht mag, kann man auch auf Ölkuren vor der Wäsche zurückgreifen.
Außer oben genannten habe ich auch aufgehört meine Haare zu blondieren und zu färben. Ab und an töne ich noch - aber mit direktziehenden Tönungen wie Direction oder Manic Panic.
B) Manchmal liegt es auch an den zu häufigen Wäschen. Die Kopfhaut braucht das Sebum, um sich gut zu fühlen. Je häufiger man wäscht, desto schneller produzieren die Talgdrüsen Sebum. Und dann gehen die oben genannten Gründe auch noch fließend mit über.
Wenn man nicht abrupt hinauszögern möchte (d.h. einige Tage mit Fettkopf herum zu laufen), dann geht man es langsam an. Man verlagert die Wäschen immer einige Stunden hinaus. Wenn man sonst 18 Uhr Abends gewaschen hat, wäscht man dann 20 Uhr abends. Irgendwann kann man dazu übergehen morgens zu waschen (beim lufttrocknen nur zu empfehlen wenn die Haare schnell trocknen oder man die Zeit hat).
Aber das ganz sachte steigern. Irgendwann ist man am nächsten Tag 18 Uhr angelangt und hat schon einen ganzen Tag hinausgezögert. Das kann man erstmal für ein paar Wochen so halten. Und bei Bedarf zögert man dann weiter raus.
Mit schönen Frisuren kann man den Fettkopf auch gut verstecken.
Das hinauszögern kann Monate und manchmal auch Jahre dauern. Von Rückschlägen sollte man sich nicht den Mut nehmen lassen. Immerhin können Temperatur/Wetter/Hormone/Shampoo auch Einfluss auf die Sebumproduktion nehmen.
C) Für eine trockene Kopfhaut kann auch Alkohol im Shampoo verantwortlich sein.
Also am Besten den Alkohol weglassen oder zumindest ein Shampoo wählen, wo er an den hinteren Stellen der Incis steht.
Man hat außerdem nie genau nur DAS eine Problem. Meisten greifen die Probleme Hand in Hand über.
Problematisch wird es, wenn man alles auf einmal machen möchte.
Man sucht das optimale Shampoo, will hinauszögern, versucht ständig neue Öle, möchte wissen welche Tenside und andere Inhaltsstoffe man mag/verträgt, welche es schlimmer machen.
Mit dieser Methode funktioniert es meistens nicht.
Mein Tipp: Eine Baustelle nach der anderen angehen.
ich möchte noch eine Anmerkung hinterlassen:
Natürlich kann das Ganze auch andere Gründe haben, die genetischen Ursprungs sind oder der einer Krankheit. Aber damit kenne ich mich nicht aus. Daher habe ich mich in meinem Blogeintrag dazu nicht geäußert.
2 Kommentare:
Du sprichst mir mit diesem Post aus dem Herzen! Genau so ist es. Ich habe ohne Übertreibung Jahre gebraucht, um vom täglichen Waschen (ich wusste es nicht besser) auf 1x die Woche zu kommen. Letzteres funktioniert erst seit kurzem und ich hoffe, dass ich das beibehalten kann.
Ich habe sogar Inhaltsstoff um Inhaltsstoff weggelassen und dazwischen immer schön Zeit gelassen. Leider ist Zeit und vor allem Geduld das, was den meisten fehlt.
Um täglich zu Waschen war ich schon immer zu Faul - auch weil ich sehr selten geföhnt habe und meine Haare elendig lang brauchen zum trocknen...ich hab besseres mit der Zeit anfangen können :D
aber auf eine Woche werde ich wohl nie kommen...ich bin schon froh, dass ich von zwei mal die Woche (also alle 3-4 Tage) auf drei mal in zwei Wochen gekommen bin...also ca. alle 5 Tage, das ist schon echt super und klappt auch nur mit dem Lavera-Shampoos Apfel und Ringelblume.
Du kannst sehr stolz auf dich sein, so eine Geduld bringen wenige auf :)
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